Culmitz – Die Culmitzer sind stolz: Ihr Ort kann sich als Heimat eines zweifachen Weltmeisters rühmen. Reiner Schmidt hat mit seinem Team, der Ü40-Herrenmannschaft, die Indiaca-Weltmeisterschaft des CVJM in Ettelbrück in Luxemburg für sich entschieden und einmal mehr eine Goldmedaille geholt. Mit dabei war auch Jörg Engelhardt aus Geroldsgrün. Die anderen Mitglieder kamen aus ganz Deutschland, zum Beispiel aus München, Bayreuth und dem Stuttgarter Raum. Die Mannschaft verwies Estland auf den zweiten und Luxemburg auf den dritten Platz. Bereits vor sieben Jahren ist Schmidt in Estland der Sieg mit einer Mixed-Mannschaft, in der auch seine Schwester Jutta Munzert mitgespielt hatte, gelungen.
Finale gegen Estland
Zum feierlichen Sektempfang am Mittwoch versammelten sich die Dorfgemeinschaft und einige Mitglieder der umliegenden CVJM-Ortsgruppen sowie Werner Hick, der dritte Bürgermeister der Stadt Naila, um Reiner Schmidt zu beglückwünschen. Hick überbrachte einen Strauß Blumen und die Glückwünsche der Stadt Naila.
Auf dem Weg zum Weltmeistertitel traf der zehnköpfige Kader aus Deutschland zwischen dem 19. und 23. August auf Sportler aus Japan, Luxemburg, der Schweiz und Estland. „Die Esten waren der ernst zu nehmendste Gegner“, erinnert sich Schmidt an das Finale gegen die Balten. „Am Anfang haben wir zurückgelegen, uns dann aber wieder rangekämpft. Wir haben dann 25:22 und 25:19 gewonnen.“ Beim Indiaca bestreiten fünf Spieler am Feld zwei Sätze zu je 25 Punkten mit jedoch mindestens zwei Punkten Vorsprung zum Gegner.
Das zehnköpfige Team wurde, neben fünf anderen, in einer deutschlandweiten Vorauswahl zusammengestellt. Die weiteren Kategorien waren: Männer, Frauen, Mixed, sowie Frauen Ü40 und Mixed Ü40.
„Fanclub-Familie“ dabei
Aber Schmidt ist nicht nur mit seinem Kader nach Luxemburg gereist: „Meine ganze Familie war sozusagen als Fanclub dabei.“ Wie er sagte, wurden er und seine Verwandten in einem großen Haus untergebracht. „Das war für uns wie Urlaub“, schwärmt der Weltmeister. Die Fahrtkosten musste er allerdings zum Großteil selbst tragen, denn der Deutsche Turnerbund förderte die deutsche Mannschaft nur teilweise. Die weiße Trainingsjacke mit den schwarz-rot-goldenen Streifen und der Aufschrift „Deutschland“ auf dem Rücken wurde jedoch gesponsert.
Reiner Schmidt spielt bereits seit über 30 Jahren Indiaca; die meiste Zeit davon beim CVJM in Culmitz, einem deutschlandweit sehr erfolgreichen Verein. Schon mit 14 Jahren nahm er an seiner ersten deutschen Meisterschaft teil. Der Culmitzer erklärt, dass ihn die ursprünglich aus Brasilien stammende Sportart mit dem weichen Kissen – der Indiaca – und den vier Putenfedern deshalb so fasziniert, „weil es sich um eine sehr schnelle Sportart handelt“. Indiaca sei dem Volleyballspiel sehr ähnlich. „Der Unterschied ist aber, dass es beim Indiaca nicht auf die Größe der Spieler ankommt, beim Volleyball schon“, ergänzt er und gesteht, „ich selbst bin ja auch nicht der Größte“.
Aber auch sonst ist der Industriemechaniker, der bei der Nailaer Firma Liba arbeitet, recht sportlich: Außer Indiaca spielt er Tennis, geht schwimmen und fährt Ski. Und auch seine Tochter hat das Indiaca-Fieber schon gepackt. „Sie ist 16 Jahre alt und auch schon deutsche Meisterin“, erzählt der stolze Vater. Jessica Becker


















