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Indiaca: Interview mit Mareike Schur
Von Claudia Ix am 26. August 2008 14:46 Uhr
RECKENFELD Bei den Olympischen Spielen hat es mit Gold für die Grevener Aktiven Benjamin Behrla und Daria Bijak nicht geklappt. Besser machten es Mareike Schur und Laura Agricola.

Mareike Schur (l.) und Laura Agricola beim letzten Trainingslager der Indiaca-Nationalmannschaft in Reckenfeld. Jetzt haben die beiden WM-Gold in der Tasche. Oberheim

Die beiden Reckenfelderinnen holten am Samstag mit der deutschen Indiaca-Natinonalmannschaft in Luxemburg WM-Gold (die GZ berichtete). Die 26-jährige Mareike Schur und ihre 19-jährige Vereinskollegin Laura Agricola - beide schlagen für den SC Reckenfeld auf - gehörten zu den Leistungsträgerinnen im zehnköpfigen Team, das den Gastgeber mit 2:1 besiegte. Mit Mareike Schur sprach GZ-Redakteurin Claudia Ix.

Wie fühlt sich WM-Gold an?

Schur: Prima. Sonst sieht man sowas ja nur im Fernsehen, wenn einer olympisches oder WM-Gold umgehängt bekommt. Jetzt hab ich selbst so ein Ding, das ist Wahnsinn! Ich habe es auch noch gar nicht so verarbeitet, das sackt jetzt erst langsam. Wir hatten nach dem Sieg so viel Stress, feiern, packen, nach Hause fahren. Aber wenn ich mich jetzt hinsetze und ein bisschen nachdenke, dann kommt es doch langsam.

Ihre Trainerin hatte im GZ-Interview klar Gold als Ziel ausgegeben. Waren Sie auch so optimistisch?

Schur: Eigentlich schon. Ich bin auch davon ausgegangen, dass wir auf jeden Fall ins Finale kommen. Gegen einige von den Luxemburgerinnen hatte ich schon mal gespielt, die Japanerinnen sind eher klein, haben aber einen guten Angriff - egal: Das Finale war schon eingeplant.

Wie war die WM-Woche für Sie persönlich?

Schur: Es war eine wunderschöne Woche. Ich bin mit meiner Familie angereist, mit Mann und Kind. Die habe ich aber natürlich nicht so oft gesehen. Wir haben schon in einem Haus gewohnt, aber ich bin ja morgens früh raus und kam erst abends wieder. Eigentlich haben wir uns nur in der Halle gesehen. Mit dem Team war es auch einfach toll, wir haben uns zum Abschied heulend in den Armen gelegen. Wir haben uns jetzt drei Jahre lang auf dieses Ereignis vorbereitet, und jetzt ist es einfach vorbei.

Ihr sportliches Fazit der WM in Luxemburg?

Schur: Es war auf jeden Fall der Höhepunkt meiner Karriere. Weiter kann man nicht kommen. Es ist einfach phantastisch, ich kann das gar nicht in Worte packen. Allein vor über 1000 Zuschauern zu spielen - ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut.

Indiaca ist eine exotische Sportart. Glauben Sie, der Titel macht es bekannter?

Schur: Ich hoffe, dass er zumindest hier in der Umgebung etwas nach sich zieht. Wir haben im Nachwuchsbereich große Schwierigkeiten. Ich hoffe, dass wir in Reckenfeld mal wieder ein B-Jugend-Team zusammen bekommen. Ich selbst kam vom Volleyball und habe in der B-Jugend mit Indiaca angefangen. Ich wäre auch bereit, eine solche Mannschaft aufzubauen. Vielleicht kommen jetzt mal ein paar junge Leute vorbei und haben Spaß dran.

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